Sommerzeit – Spielezeit

So einiges haben wir in den letzten Wochen auf den Spieltisch bekommen. Ein paar Spiele, die wir im Spieletreff gespielt haben, sind hier mal aufgelistet:

Das Spiel des Jahres 2026 Dito! ist ein Wortassoziationsspiel für bis zu 7 Personen. Wir Spielenden notieren in einem Raster unsere Begriffe zu ausgesuchten Kategorien und sammeln Punkte, wenn unsere Antworten mit denen anderer übereinstimmen. Das Spiel glänzt durch seine sehr kreativen Kategorien und die spaßige Auflösung, warum wer mit wem Übereinstimmung hat. Hier gibt es viel zu Lachen.

Brettspiel Dito!
Brettspiel Dito! – Foto: C. Krause

Eines unserer Lieblingsspiele ist Endeavor: Die Tiefsee. Wir spielen es am liebsten kooperativ und gehen gemeinsam auf meeresbiologische Forschungsreise und entwickeln dafür unsere Crews weiter. Das Erkunden der unbekannten Ozeanfelder und das Freischalten neuer Fähigkeiten macht richtig Spaß. Durch die modularen Szenarien und Effekte verläuft jede Partie spürbar anders. Die Ziele dabei gemeinsam zu erreichen ist nicht immer einfach, aber sehr reizvoll. Tolles Spiel.

Brettspiel Endeavor Die Tiefsee
Brettspiel Endeavor, die Tiefsee – Foto: C. Krause

Captain Flip macht durch seine einfache, aber spannende „Umdrehen-oder-nicht“-Entscheidung Spaß: Man zieht ein Plättchen, überlegt kurz und hofft auf die bessere Seite oder den richtigen Platz im Tableau. Das Spiel ist schnell erklärt und gefällt, weil jede Entscheidung sofort Folgen hat, so z.B. kleine Kombos, Soforteffekte und dabei ein leichter Ärger-/Glücksfaktor. Der Wiederspielreiz kommt durch verschiedenen Tableaus.

Brettspiel Captain Flip
Brettspiel Captain Flip – Foto: C. Krause

Malen auf Schnittmustern – endlich mal ein Zeichenspiel für Leute, die nicht zeichnen können ;-). Bei Krakel Orakel zeichnen alle geheim einen Begriff auf ihrer Malvorlage, die mit ihren vielen Linien einer Schnittmustervorlage gleicht. Danach versucht man als Team, falsche Begriffe auszuschließen. Die vielen, oft überraschenden Assoziationen und das Entschlüsseln machen echt Laune.

Krakel Orakel
Brettspiel Krakel Orakel – Foto: C. Krause

Der ideale Start in den Spieleabend oder ein runder Abschluss: Flip 7 gehört fest ins Programm unserer Runde. Das von den Regeln her einfache Spiel bringt das „Push-your-luck“-Prinzip auf den Punkt: Die nächste Karte kann viele Punkte bringen – oder alles kosten. Ein paar Spezialkarten sorgen für genug Abwechslung. Es macht besonders Spaß, die Karten zu verteilen und dabei die Mitspielenden herauszufordern, doch noch eine weitere Karte zu nehmen. Kurze Runden sorgen dafür, dass sich jeder mal verzockt. Gute Laune garantiert.

Spiel Flip 7
Kartenspiel Flip 7 – Foto: C. Krause

Eigentlich ein typisches Spiel für den Silvesterabend: Heckmeck am Bratwurmeck. Hier wird gezockt und manchmal werden auch die Mitspielenden ordendlich geärgert. Nochmal würfeln, hoffentlich die richtige Würfelsumme erreichen und dann den anderen die begehrten Würmer wegschnappen. Unkomplizierte Regeln, schnelle Wechsel und viel Schadenfreude. Ein Klassiker.

Spiel Heckmeck am Bratwurmeck
Brettspiel Heckmeck am Bratwurmeck – Foto: C. Krause

Und auch das kooperative Wort-Assoziationsspiel So Kleever! kommt bei uns gut an. Im Team versuchen wir unseren eigenen Highscore zu erreichen. Jeder Mitspielende erhält ein grünes Plastikkleeblatt und vier zufällige Lochkarten mit Begriffen. Es gilt jetzt für aneinander grenzenden Wortpaare clevere Überbegriffe finden und dann später gemeinsam zu erraten, welche Begriffe in welcher Kombination auf dem Kleeblatt lagen. Besonders witzig ist es, wenn hier völlig unterschiedliche Denkmuster aufeinandertreffen. Welche (schräge) Verbindung hatten die Mitspielenden wohl im Kopf?

Brettspiel So Kleever
Brettspiel So Kleever – Foto: C. Krause

Ein weiteres Würfel- bzw. Zockerspiel ist Panda Royale. In den 10 Runden versuchen wir, durch Auswählen, Kombinieren und Verbessern unseres persönlichen Würfelpools hohe Punkte zu erreichen. Wir starten mit einem Würfel und wählen jede Runde aus dem gemeinsamen Vorrat einen neuen Würfel dazu aus. Dabei haben die über 100 enthaltenden Würfel verschiedene Farben und Formen bzw. Augenzahlen und für die Punktezählung unterschiedliche Eigenschaften und Boni. Die völlige Würfeleskalation, durchaus witzig, aber dann doch irgendwie mehr Schein als Sein.

Brettspiel Panda Royale
Brettspiel Panda Royale – Foto: C. Krause

Wir haben auch mal wieder Andor auf dem Tisch gebracht, jetzt aber zur Abwechslung mal den dritten Teil: Die Legenden von Andor – Die letzte Hoffnung. Wieder folgen wir den Legenden der Fantasy-Geschichte und erleben neue Abenteuer im Lande Andor. Das Spiel fordert schon ein cleveres Zeitmanagement und der Erzähler-Mechanismus zwingt auf (angenehme) Weise dazu, jeden Zug im Team abzusprechen. Als neue Schwierigkeit kommt jetzt auch die Ernährung der Helden dazu, gleichzeitig stehen aber auch neue Transportmöglichkeiten zur Verfügung. Nicht einfach, hier die Legenden zu gewinnen. Ok, und der Aufbau bzw. Abbau machen schon ein wenig Arbeit….

Brettspiel Andor Teil 3
Brettspiel Die Legenden von Andor – Die letzte Hoffnung (Teil 3) – Foto: C. Krause

Neues von der Spiele-Messe Essen 2025

Die Spiele-Messe 2025 in Essen ist leider wieder vorbei. Wir waren an mehreren Tagen auf der Messe unterwegs und haben uns viele neue Spiele angeschaut.

Unsere Eindrücke habe ich in einigen Berichten festgehalten:

Der Bericht zur Messe wird stetig erweitert. Es gibt noch eine Menge Spiele-Neuheiten von der Messe zu spielen.

Da ist alles nur geklaut…

Machi Koro und Space Base sind Spiele, die bei uns sehr gut ankommen. Bad Company reiht sich nahtlos in diese Reihe der Würfelauswahlspiele ein.
Jeder Spielende hat eine Reihe von Gangmitgliedern und kann mit ihnen Beute machen. Die Gangmitglieder werden abhängig von der Würfelzahl, bzw. hier von der Kombination der Würfel, gleichzeitig von allen Spielenden aktiviert. Mit dem gewonnenen Geld können die Gangmitglieder auch verbessert werden. Ziel ist es, Überfälle erfolgreich zu absolvieren und der Polizei zu entkommen, während die eigene Gaunerbande stetig verbessert wird. Gleichzeitig bewegt ein weiterer Würfel ein Polizeiauto auf dem Stadttableau, was einen Renncharakter und Zeitdruck erzeugt. Mir persönlich gefällt dieses Spiel sehr, aber viele aus unserer Spielerunde ziehen Space Base vor. Trotzdem gibt es 5 von 5 Punkten.

BAD COMPANY

Bei dem Set-Collection-Spiel Nidavellir versuchen wir, jeweils die stärkste Zwergenarmee zu rekrutieren. Die Spielenden bieten dazu in jeder Runde verdeckt mit Münzen auf Zwergenkarten in drei Tavernen und nehmen diese dann in ihre Armee auf. Die Zwerge gehören verschiedenen Klassen an, z. B. Schmied, Jäger, Krieger, Entdecker, Minenarbeiter. Sie werden am Ende auf individuelle Weise gewertet, sodass das Sammeln kompletter Sets und das Erreichen von Mehrheiten wichtig ist.
Die Besonderheit bei diesem Spiel ist das Münztauschelement, so können schwache Münzen gegen stärkere Münzen in der Schatzkammer getauscht werden. Ein Spiel, dass auch durch die quasi schwarz-weiße Gestaltung, etwas Besonderes ist. Von uns 4,5 von 6 Punkten.

NIDAVELLIR

Beim strategischen Kartenspiel A Thief’s Fortune im Stil von tausendundeiner Nacht besitzt jeder ein Tableau mit drei Bereichen: Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit, in denen Karten aus den Kategorien Orte, Charaktere und Ereignisse ausgespielt und verschoben werden.
Die in die Zukunft gelegten Karten werden mit Ressourcen belegt, die später genommen werden können. Ist eine Karte leer, wandert sie in die Gegenwart und dann irgendwann in die Vergangenheit. Säbeln, Juwelen, Lampen sowie Zeit- und Gefahrenplättchen werden eingesetzt, wobei Gefahren für zusätzliche Kosten sorgen und Zeit besondere Aktionsmöglichkeiten zulässt.
Nach fünf Runden werden alle Punkte auf den Karten in der Vergangenheit und übrige Ressourcen gewertet. Ein ungewöhnliches Spiel mit ganz besonderem Ressourcenmanagement, vielleicht aber etwas zu kompliziert aufgebaut, deshalb nur 4 von 6 Punkten von uns.

A Thief’s Fortune

Nicht nur optische Leckerbissen!

Starten wir mit dem Familienspiel Pirate Tales, das schon durch das Spielmaterial einen hohen Aufforderungscharakter besitzt. Wir schlüpfen in die Rolle von Piratenkapitänen und müssen gut entscheiden, wie weit unsere riskante Fahrt zur nächsten Schatzinsel gehen soll. Dabei müssen wir durch Einsatz von Handkarten und Würfelglück die Schwierigkeiten der Weltmeere bewältigen. Besonderer Reiz ist das „Push-your-luck“-Prinzip – wer mehr riskiert, kann größere Schätze gewinnen – oder aber kentern. Die Würfel können dabei im Laufe des Spiels verbessert werden. Cool auch, dass die Mitspielenden auf den Ausgang jeder Fahrt mit wetten können. Hat viel Spaß gemacht, natürlich nur, wenn man auch mal was riskiert und man etwas Schadenfreude aushalten kann. Von uns 4,5 von 6 Punkten.

PIRATE TALES

Ach ja, die hübsche Optik ist meist das Erste, was man über Everdell liest und hört. Aber das Spiel macht auch richtig Spaß. Es gilt, Ressourcen zu sammeln und Karten ins eigene Dorf auszuspielen. Wir setzen unsere „Arbeitstiere“ ein, sammeln Früchte des Waldes und können so Wesen auslegen oder Bauwerke errichten. Die vielen Kombinationsmöglichkeiten der Karten bieten tolle Synergieeffekte. Es gilt also taktisch klug zu spielen. Gespielt wird über die vier Jahreszeiten und jeder kann selber beeinflussen, wann für ihn die nächste Jahreszeit beginnt. Tatsächlich hat uns das Spiel mit 2 Personen am besten gefallen. Dann auch 5,5 von 6 Punkten.

EVERDELL

Alles erinnert schon irgendwie an Flügelschlag, die herrlich kauzige Optik aber ist definitiv anders. Bei Raising Robots sind wir Erfinder*innen, die in ihrer eigenen Werkstatt Roboter konstruieren und optimieren, um möglichst viele Siegpunkte zu erzielen. Man wählt gleichzeitig die Aktionen wie Aufrüsten, Zusammenbauen, Entwerfen, Herstellen oder Recyceln aus und setzt Energie als universelle Ressource ein. Viele unterschiedliche Roboterkarten, die alle humorvoll gezeichnet sind, bieten Vorteile, Spezialaktionen und vieles mehr. Durchaus etwas komplexer als Flügelschlag, aber vom Mechanismus schon sehr ähnlich. Das Thema schlägt bei mir voll durch, andere ziehen das Vogelthema vor…. Daher die 6 von 6 Punkten leider nur von mir 😉

RAISING ROBOTS

Die Karte von Neuseeland empfängt uns bei dem asymmetrischen Brettspiel Kauri. Natur und Geschichte Neuseelands werden aus vier unterschiedlichen Perspektiven dargestellt. Jeder übernimmt eine Gruppe: Kiwis, Possums, Engländer oder Maori, die alle eigene Ziele, Fähigkeiten und Kartendecks besitzen. So versuchen die Kiwis in den Wäldern zu überleben, die Engländer roden zuerst die Wälder, aber jagen später die Possums. Die Possums hingegen vermehren sich wild und drängen andere zurück. Die Maori versuchen, Tempel und Natur zu schützen. Gerade die Interaktionen zwischen den Spielenden machen hier den Reiz aus. Jeder möchte am liebsten einmal jede Fraktion ausprobieren. Thematisch, spielerisch und optisch ein Highlight. Von uns 5 von 6 Punkten.

KAURI

Jetzt geht’s rund

Ok, ich gebe zu, der Titel für diese Rubrik ist schon ein wenig weit hergeholt, aber die folgenden Brettspiele, die wir auf dem Tisch hatten, haben dann doch irgendwie diese Gemeinsamkeit 😉

FABELLAND

Auf dem Jahrmarkt im Fabelland fahren drei tolle Karussels und unzählige Gäste „rennen“ zu den Attraktionen. Ziel ist es, die meisten Besucher in seine eigenen Fahrgeschäfte zu locken und so die meisten Luftballons (= Siegpunkte) zu sammeln. Der Clou: Die Gäste muss man aus der Hand auf die Spielfläche purzeln lassen – eine witzige und frische Idee. Seine Punkte kann man aber auf nutzen, um in bessere Attraktionen zu investieren oder auch Influencer anzulocken. Hat uns richtig viel Spaß gemacht, daher 5 von 6 Punkten.

PLANET UNKNOWN

Beim Spiel Planet Unknown versuchen wir jeder, den besten Planeten zu entwickeln. Dafür plaziert man in jeder Runde ein tetrisartiges Plättchen mit zwei Ressourcen auf seinem Planeten. Anschließend führt man die beiden Aktionen aus, die mit der Art des Plättchens verbunden sind. Manche Plättchen lösen dabei auch „Meteoriten“ aus, die die Entwicklung des Planeten bzw. das Punktesammeln erschweren. Blickfang ist aber bei diesem Spiel die sog. Lazy SUSAN – ein Drehteller, der die Plättchen bereithält. Naturgemäß ein ziemlich solitäres Spiel, aber echt klasse. Von mir auf jeden Fall 6 von 6 Punkten.

EI MY GOODS!

Das Kartenspiel Ei my Goods! wird traditionell bei uns nur um Ostern herum gespielt. Kein Wunder, ist dies doch eine zum Feiertag thematisch passende Variante des Kartenspiels Oh my Goods! (bzw. Royal Goods) von Alexander Pfister. Es macht wirklich Spaß, seine Herstellungsmaschinerie mit Osterartikeln ans Laufen bzw. zum Rollen zu bringen. Dauert länger, als man bei diesem kleinen Spiel vermutet, macht aber immer wieder Spaß. Knappe 5 von 6 Punkten.

RUMBLEBOTS

In sechs Runden kämpfen wir rundherum mit unseren Robotern gegeneinander. Jeder stellt dafür bei Rumblebots sein Kampfdeck zusammen, das dann in die Arena geschickt wird. Der Kampf selber passiert automatisch (ein „Auto-Battler“, wie zum Beispiel auch aus Videogames bekannt). Wessen Roboter als letztes noch übrig ist, ist der Gewinner. Nach jeder Runde können wir unser Roboterdeck durch Zukauf weiterer Roboter verbessern. Coole Grafik und ein unverbrauchter Spielmechanismus. Macht Laune und eine Revanche ist nie weit. 5,5 von 6 Punkten.